Außenholz oder Innenholz
Das ist die erste und wichtigste Unterscheidung. Holz im Außenbereich, also Terrassen, Konstruktionen und Gartenmöbel, ist Wasser, Sonne und wechselndem Wetter ausgesetzt. Es braucht einen Schutz, der diesen Bedingungen standhält. Holz im Innenbereich, zum Beispiel Paneele oder Möbel, schützt man vor allem vor Feuchtigkeit, Schmutz und Flecken.
Die Wahl des Mittels beginnt also mit der Frage, wo sich das Teil befindet und was auf es einwirkt. Ein Mittel für den Innenbereich hält dem Regen nicht stand, und ein Außenmittel ist dort unnötig stark, wo ein sanfter Schutz genügt.
Holzarten und was daraus folgt
Holz ist nicht gleich Holz. Art und Zustand der Oberfläche beeinflussen, wie stark ein Teil das Mittel aufnimmt und wie schnell es eine Auffrischung braucht.
- Weichholz, zum Beispiel Kiefer oder Fichte, ist meist saugfähiger und auf Terrassen sowie in Konstruktionen häufig anzutreffen.
- Hartholz und Tropenholz sind oft dichter und weniger saugfähig und nehmen das Mittel anders auf. Hier zählt die Probe besonders.
- Altes, graues Außenholz braucht meist zuerst eine Wäsche und manchmal einen Anschliff, um gesundes Holz freizulegen.
- Zuvor gestrichenes oder lackiertes Holz lässt eine eindringende Imprägnierung oft nicht durch, solange die alte, dichte Schicht nicht entfernt ist.
Tipp
Beginne immer mit einer Probe an einer unauffälligen Stelle des konkreten Teils. Zwei Bretter derselben Terrasse können unterschiedlich saugen, und die Probe zeigt dir sofort Farbe, Saugfähigkeit und ungefähren Verbrauch.
Vorbereitung der Oberfläche
Das Holz muss sauber, trocken und fettfrei sein. Alte, graue oder verschmutzte Flächen wäschst du zuerst und schleifst sie bei Bedarf an, um gesunde Fasern freizulegen. Eine saubere und saugfähige Oberfläche nimmt das Mittel besser auf, und der Schutz dringt tiefer ein.
Tipp
War das Holz zuvor gestrichen oder lackiert, prüfe, ob das neue Mittel für eine solche Oberfläche geeignet ist. Eine eindringende Imprägnierung braucht einen saugfähigen Untergrund, und eine dichte Schicht lässt sie womöglich nicht durch.
Was du vor der Arbeit vorbereiten solltest
- Imprägniermittel passend zum Einsatz, getrennt für Außen- und Innenholz.
- Pinsel, bei großen Flächen zusätzlich Rolle oder Sprüher.
- Material zur Vorbereitung der Oberfläche, also Holzreiniger und Schleifpapier, falls ein Anschliff nötig ist.
- Tücher und das auf dem Etikett genannte Lösemittel, um Schlieren zu entfernen und Werkzeug zu reinigen.
- Handschuhe, Schutzbrille und weitere Schutzausrüstung laut Produktdatenblatt.
Holz imprägnieren Schritt für Schritt
- 1Eine Probe machen. Trage das Mittel an einer unauffälligen Stelle auf. Du siehst, wie es die Farbe verändert und wie das jeweilige Holz saugt, bevor du dich an das ganze Teil machst.
- 2In Richtung der Maserung auftragen. Führe den Pinsel entlang der Fasern. So verteilt sich das Mittel gleichmäßig und dringt dorthin ein, wo es hingehört.
- 3In dünnen Schichten arbeiten. Eine dünne Schicht dringt besser ein als eine dicke. Der Überschuss sammelt sich auf der Oberfläche, trocknet länger und das Ergebnis wird ungleichmäßig.
- 4Abstand zwischen den Schichten einhalten. Holz wird meist in mehreren Schichten behandelt. Die Anzahl der Schichten und die Trockenzeit dazwischen findest du auf dem Etikett des Produkts.
Hinweis
Plane Arbeiten im Freien für trockene Tage und Plusgrade, ohne Regen in der Vorhersage. Ein frisch aufgetragenes und vom Regen abgewaschenes Mittel bindet nicht richtig mit dem Holz ab.
Wie viel Mittel du brauchst
Die Saugfähigkeit von Holz kann sehr unterschiedlich sein, sogar innerhalb eines Teils. Deshalb schätzt du den Verbrauch am besten nach einer Probe und bestätigst ihn mit dem Verbrauchsrechner, den du bei jedem Produkt findest. Die Ergiebigkeit der Verpackung geben wir im Produktdatenblatt an.
Die häufigsten Fehler beim Imprägnieren von Holz
- Auftragen auf feuchtes oder schmutziges Holz, sodass das Mittel nicht dorthin gelangt, wo es soll.
- Eine dicke Schicht statt mehrerer dünner, was zu Schlieren und längerer Trocknung führt.
- Die Probe weglassen und von der Farbe nach dem Streichen des ganzen Teils überrascht werden.
- Im Freien kurz vor Regen oder an kühlen, feuchten Tagen arbeiten.
- Eine eindringende Imprägnierung auf eine alte, dichte Schicht auftragen, die sie nicht durchlässt.
Wie du Holz nach der Imprägnierung pflegst
Geschütztes Holz arbeitet weiter und ist den Bedingungen ausgesetzt, deshalb lohnt sich eine regelmäßige Kontrolle. Auf Terrasse und Gartenmöbeln achtest du auf die am stärksten beanspruchten Stellen, also Kanten, Brettenden und waagerechte Flächen, auf denen sich Wasser sammelt.
Das Signal zum Auffrischen ist, dass das Wasser nicht mehr auf der Oberfläche perlt und einzieht und das Holz zu vergrauen beginnt. Das Auffrischen besteht meist aus Waschen, Trocknen und dem Auftragen einer weiteren Schicht. Wie oft es nötig ist, hängt von der Beanspruchung und dem Produkt ab, deshalb findest du die Haltbarkeit auf seinem Datenblatt.
Häufige Fragen
Verändert das Imprägniermittel die Farbe des Holzes?
Farblose Imprägnierungen bewahren das natürliche Aussehen. Manche Beschichtungen können die Farbe leicht vertiefen und einen leicht angefeuchteten Holzeindruck erzeugen. Am besten prüfst du das mit einer Probe.
Wie oft muss ich den Holzschutz außen auffrischen?
Das Signal ist, dass das Wasser nicht mehr perlt und einzieht. Wie schnell das passiert, hängt von der Beanspruchung und dem jeweiligen Produkt ab, deshalb findest du die Haltbarkeit auf seinem Datenblatt.
Kann ich eine alte Terrasse imprägnieren?
Ja, nach gründlicher Reinigung, bei Bedarf Anschliff und Trocknung des Holzes. Bei einer vernachlässigten Terrasse beginnst du mit dem Waschen und trägst erst danach das Mittel auf.
Womit trage ich das Holzschutzmittel auf?
Meist mit dem Pinsel, der das Mittel gut in die Struktur einarbeitet, vor allem bei der ersten Schicht. Bei großen Flächen nutzen manche auch Rolle oder Sprüher.
Muss Holz vor der Imprägnierung geschliffen werden?
Neues, glattes und sauberes Holz meist nicht. Altes, graues oder zuvor gestrichenes Holz oft schon, weil der Schliff gesunde, saugfähige Fasern freilegt und das Eindringen verbessert.
Kann ich Holz im Herbst imprägnieren?
Ja, solange es trocken ist und Plusgrade herrschen und die Vorhersage keinen Regen während der Trockenzeit vorsieht. Kühle, feuchte Tage verlängern das Trocknen, deshalb wähle lieber stabiles, trockenes Wetter.



